Wissen trifft immer und zwar kritisch

Übermut und falsche Bescheidenheit

3. September 2012.Philipp Nordmeyer.0 Likes.0 Comments

Der folgende Beitrag könnte auch mit „aus dem Leben eines Nachwuchswissenschaftlers“ untertitelt sein. Er ist also eher persönlicher Natur, bietet aber vielleicht für alte Hasen und junges Gemüse einen gewinnbringenden Einblick.

Wenn ich heute einen Text schreibe, ist das von meiner geistigen Haltung oft nicht anders als zu meinen Studentenzeiten. Ich habe mich immer gefragt, wer ich denn bin, dass darüber schreibe was andere übersehen. Ist es nicht anmaßend zu sagen, dass ich mit meinen 0,8 Jahren Berufserfahrung meine etwas besser zu verstehen als jemand, der sein ganzes Leben damit verbracht hat?

Jein! Es ist einerseits anmaßend, andererseits baut mein Wissen auf denen auf, die vor mir da waren. Wenn ich respekt gegenüber der Arbeit der anderen habe, sie mit e

inbeziehe und mich wiederum eines Besseres belehren lasse, dann kann mir kein Vorwurf gemacht werden. Schlimmer als die Fragen, die nicht beantwortet werden können, sind die, die nie gestellt werden.

Wenn wir Bestehendes nicht hinterfragen, können wir auch keine neuen Perspektiven entdecken und verborgene Fehler finden. Besserwisserisch auf seinem Bild zu bestehen ohne wirklich die andere Seite zu betrachten, ist hingegen nicht hilfreich. Um neue Wege zu gehen, muss man sich trauen falsch zu liegen und das auch eingestehen, damit man sich nicht verirrt.

Beruhigt mich das alles beim Schreiben von Texten? Nein. Die Frage wird wohl noch einige Zeit bleiben. Vielleicht ist das auch gut so, dadurch vergesse ich nicht, wo ich herkomme, dass ich nur einer von vielen bin und die anderen auch nur Menschen sind.

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