Wissen trifft immer und zwar kritisch

Owl looking sceptic.Das Internet ist ein Kulturmedium. Es hat das Rad nicht neu erfunden, denn Bild, Text, Ton und Video kannten wir schon vorher. Aber es ermöglicht einen völlig neuen Umgang mit den bekannten Quellen. Durch die Vernetzung der Quellen und die Verschmelzung diverser Medientypen entsteht etwas Neues, das durch die gemeinsame Nutzung von Vielen anders ist als klassische Medien. Ein Text im Internet kann mehr als eine Seite aus einem Buch sein auch wenn er diese Seite abbildet. Das Internet ist eine neue Art Kulturmedium, genau wie ein Tablet PC etwas anders ist als nur ein kleinerer Computer.

Neben der Sprache ist die Schrift eines unser meistgebrauchten Kulturmedien. Deswegen ist das Schreiben auch eines der ersten Dinge, das wir in der Schule lernen. Sobald wir es einigermaßen beherrschen ist es Dreh- und Angelpunkt der gesamten Ausbildung. Egal ob in Deutsch, Mathe oder Musik, wir schreiben auf, was wir lernen. Natürlich sprechen wir auch darüber, durch spätestens durch Tests bekommt die Schrift ihre besondere Wichtigkeit. Wer nicht oder schlecht schreiben kann, verliert den Anschluss, egal wie toll seine Ideen sind. Darum lernen wir im Studium auch mehr als Texte nur zu lesen. Wir analysieren sie, verarbeiten sie auf wissenschaffende Weise und bearbeiten sie weiter. Sachtexte lesen wir anders als Romane oder Facebookmeldungen. Wir lernen sozusagen ein zweites Mal lesen, um einen tieferen Sinn für uns erschließen zu können.

Im Gegensatz dazu lernen wir nicht mit dem Internet umzugehen. Etwas zu Googlen oder eine Email zu schreiben, ist nicht das gleiche, wie eine wissenschaftliche Arbeit mit/ über/ durch das Internet zu schreiben. Wenn das Internet wirklich ein Kulturmedium ist und in seiner Rolle noch wichtiger wird, ist man ohne die Fähigkeit es zu benutzen von einem Teil der Kultur ausgeschlossen. Mit Kultur meine ich nicht nur kleine Nischen wie „Horrorfilme der frühen Neunzigern mit Hunden in besonderen Nebenrollen“, sondern auch die Möglichkeit online Wissen zu erlangen, sich Kunst und Klatsch anzuschauen und vor allem: Selbst kulturelle Überreste zu kreieren. Denn selbst wenn viele Google nutzen, können schon wesentlich weniger einen Blog erstellen, geschweige denn ihn selbst hosten und administrieren. Genauso fällt es schwer den Text, den man eben noch in Word geschrieben hat, mit HTML als Hypertext darzustellen. So kann man im Internet zwar Lesen, aber nicht schreiben. Die Fähigkeit nichts kreieren zu können beraubt jemanden um den kulturellen Austausch. Man konsumiert, es bleibt aber nichts von einem selbst zurück.

Die Frage ist, soll die Fähigkeit zum ganzheitlichen Internet Umgang mehr an den Schulen und Universitäten gelehrt werden. Zum einen ändert sich die Technik zwar nicht mehr so rasant, wie vor ein paar Jahren, ist aber anscheinend noch zu schnell für die Schulbuchproduktion.  Zum anderen ist es vielleicht gar nicht so wichtig. Nicht jeder von uns kann Musik komponieren und viel verloren gegangen ist dadurch nicht (denke ich zumindest). Vielleicht ist das Internet in ein paar Jahren auch so nutzerfreundlich, dass jeder alles sofort ohne Wissen machen kann. Andererseits kann das auch der Punkt sein, an dem als Massenmedium in den Schulunterricht muss.

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